Was bedeutet / woher kommt der Name Mielczarek?

[GfdS] Der Familienname Milzarek gehört zu den relativ häufigen Namen in Deutschland. Auf meiner Telefon-CD-ROM finden sich 54 Einträge, dazu kommt ein Anschluss mit der Schreibvariante Milzareck; pro Telefonanschluss rechnet man mit durchschnittlich 2,8 Personen, die den betreffenden Namen tragen. (Als »relativ häufig« bezeichne ich die Namen mit mehr als ca. 50 und weniger als ca. 1000 Namensträgern, sehr viele Namen sind seltener, die meisten werden von weniger als 25 Personen getragen!)

Die Namengeographie von Milzarek zeigt kein deutliches Zentrum, der Name findet sich verstreut in verschiedenen Regionen Deutschlands. Ein solcher namengeographischer Befund ohne klares Zentrum, aber mit Vorkommen in mehreren, sprachlich voneinander unterschiedenen Regionen zeigt in vielen Fällen an, dass sich die ursprüngliche Heimat des Namens nicht innerhalb der heutigen Grenzen Deutschlands befindet. Somit kann es sich um einen deutschen Namen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten handeln oder um einen ursprünglich nicht deutschen Namen.

Im Falle von Milzarek trifft mit Sicherkeit die letztgenannte Möglichkeit das Richtige: Milzarek ist – ebenso wie Milzareck – als eingedeutschte Schreibung des polnischen Familiennamens Milcarek zu deuten, mit deutsch z statt polnisch c. (Der Buchstabe c hat im Polnischen den Lautwert [ts], nach den im Polnischen geltenden Ausspracheregeln wird Milcarek als [miltsarek] ausgesprochen, dieser Aussprache entspricht im Deutschen die Schreibung Milzarek.) Die Schreibweise Milzarek wurde sicherlich von deutschsprachigen Namensträgern eingeführt, um eine korrekte Aussprache des Namens zu erreichen; diese Auffassung wird durch den Umstand gestützt, dass es heute in Polen den Namen Milzarek nicht gibt. Die echt polnische Schreibweise Milcarek ist heute in Deutschland mit rund einem Dutzend Telefonanschlüssen nachzuweisen, in Polen gibt es 120 Träger dieses Namens.

Der polnische Name Milcarek ist eine von mehreren Varianten; in der folgenden Tabelle sind die vier häufigsten der heute in Polen bzw. Deutschland nachweisbaren Formen des Namens dargestellt, in der Spalte »Polen« ist die Zahl der Namensträger für das Jahr 2002 angegeben, in der Spalte »Deutschland« die Zahl der Telefonanschlüsse 1999:

Familienname Polen Deutschland
Milcarek 120 11
Milczarek 8695 30
Mielcarek 6021 196
Mielczarek 12635 137

Diese Namen sowie einige weitere, seltenere Schreibvarianten sind mit dem polnischen Suffix -ek zum Namen Milcar (Mielcar, Milcer, Mielcer) gebildet worden; diese älteren Namenformen existieren heute nicht mehr. Bei Milcar usw. und bei dem heute noch recht häufigen Namen Melcer (Polen: 633 Namensträger) handelt es sich um ein Lehnwort, das aus dem Deutschen in die polnische Sprache übernommen wurde: zugrunde liegt die deutsche Berufsbezeichnung »Mälzer«, mit der derjenige bezeichnet wird, der durch Darren das zum Bierbrauen benötigte Malz herstellt, in älterer Zeit war mit »Mälzer« häufig auch der Brauknecht gemeint, der dem Bierbrauer zuarbeitete. 

Im deutschen Sprachgebiet sind aus dieser Berufsbezeichnung die Familiennamen Mälzer (287 Telefonanschlüsse in Deutschland) und Melzer (4925 Anschlüsse) entstanden. Die Häufigkeit des Namens Melzer gegenüber Mälzer zeigt, dass diese Schreibung in früherer Zeit die weitaus gebräuchlichere war.

Der Weg der Entstehung des Familiennamens Milzarek ist wie folgt nachzuzeichnen:
1. Die deutsche Berufsbezeichnung Melzer/Mälzer wird als Melcer ins Polnische übernommen.
2. Im Polnischen werden zu Melcer mehrere Aussprache- und Schreibvarianten wie Milcer, Mielcer (ältester Beleg im Jahre 1347), Milcar, Mielcar (ältester Beleg 1388), Milczar, Mielczar entwickelt.
3. Diese Formen werden mit dem bei Berufsbezeichnungen häufig verwendeten Suffix -ek erweitert; die auf diese Weise entstandenen Mielcarek, Milcarek, Milczarek, Mielczarek usw. werden zu polnischen Familiennamen.
4. Ein Teil der Träger des Namens Milcarek wird deutschsprachig, die Schreibweise des Namens wird als Milzarek an die in der deutschen Sprache geltenden Ausspracheregeln angepasst.

Wann und wo die in Punkt 4 angeführten Vorgänge stattfanden, könnte nur durch familiengeschichtliche Forschung ermittelt werden. [31351 Br]

 

Mit freundlicher Genehmigung von:

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Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bierbrauen

Das Mälzen, es werden Gersten- oder (bei Weißbier) Weizenkörner unter Zugabe von Wasser zum Keimen gebracht. Der Keimprozess sorgt dafür, dass die zur Stärkeaufspaltung notwendigen Enzyme im Korn gebildet beziehungsweise angereichert werden. Nach der ca. 6- bis 8-wöchigen Keimruhe, bei der das Keimgut seine volle Keimfähigkeit ausbildet, wird es in Weichgefäßen ca. 2 Tage geweicht. Dabei erhöht sich der Wassergehalt auf etwa 45% und leere Schaalen und tote Körner werden aufgeschwemmt. Diese sogenannte Schwimmgerste wird abgeschöpft. Nach der Weiche kommt das Korn in den Keimkasten. Unter genau eingestellter Temperatur und Frischluftzufuhr beginnt jetzt die Keimung, die sich in verschiedene Phasen unterteilt. Phase 1: Am ersten Keimtag durchbricht der Wurzelkeim das Korn. Das Keimgut heisst jetzt in der Fachsprache Brechhaufen. Phase 2: Nach 3 Tagen teilt sich die Wurzel. Das Keimgut heisst jetzt Gabelhaufen. Phase 3: Am ca. fünften Tag sind die Wurzeln der einzelnen Körner soweit gewachsen, dass sie ineinandergreifen. Das Keimgut heisst jetzt Greifhaufen. Mit dem fünften Tag ist die Keimung abgeschlossen. [Bearbeiten] Darren Beim Darren wird der Keimvorgang durch Erhitzen des Grünmalzes auf 85–100 Grad Celsius beendet, das Malz getrocknet. 

Das Darren gliedert sich in die zwei Teile Schwelken und Abdarren. Beim Schwelken erfolgt weitgehend die Festlegung der späteren Farbe des fertigen Malzes, da in Abhängigkeit vom Wassergehalt des Darrgutes vermehrt Ausgangsprodukte für die, beim späteren Abdarren, ablaufenden Maillardreaktionen gebildet werden. Je höher also die Darrgutfeuchte beim Schwelken ist, desto dunkler wird das spätere Darrmalz ausfallen. Im zweiten Teilprozess, dem Abdarren, wird der gewünschte Trocknungsgrad des fertigen Malzes eingestellt. Die Inaktivierung der Malzenzyme verläuft bei geringeren Feuchtegraden schonender, dunkles Malz besitzt daher gegenüber hellem geringere Enzymaktivitäten